Bildkarten zum Ordnen nutzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Praxisleitfaden für Eltern, Lehrkräfte und Logopäden: Bildkarten einführen, passende Impulse, Anpassung an 4, 6 oder 8 Szenen und Ideen zum Nacherzählen.
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-08
Bildkarten zum Ordnen zeigen die wichtigsten Momente einer kurzen Geschichte. Sie wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen, ist ein einfacher Weg, darüber zu sprechen, was passiert ist, warum und was danach kam. Diese Anleitung nutzt die kostenlose Aktivität Der verlorene Ball als Beispiel – die Schritte funktionieren aber mit jedem StoryTalkKit-Paket.
Was du brauchst
- Die ausgedruckte Geschichte und ihre Bildkarten in A4 oder US Letter. Der verlorene Ball kostenlos herunterladen.
- Eine Schere für den Erwachsenen. Auf Karton gedruckt lassen sich die Karten besser greifen.
- Einen Tisch oder Platz auf dem Boden, um die Karten in einer Reihe auszulegen.
- Etwa 10 Minuten. Ihr könnt jederzeit früher aufhören und an einem anderen Tag weitermachen.
1. Vorbereiten
Drucke ein Exemplar in 100 % (Originalgröße) und schneide entlang der Kartenränder. Leg die vollständige Geschichte zum Vergleichen bereit. Such dir einen ruhigen, gemütlichen Platz. Blickkontakt oder eine gesprochene Antwort musst du nicht einfordern.
2. Erst die ganze Geschichte teilen
Seht euch alle Bilder gemeinsam an, bevor ihr Karten mischt. Biete ein kurzes Sprachvorbild an, etwa „Der Ball ist weggerollt.“ Lass Zeit, Details zu entdecken. Das Kind kann zeigen, Gesten nutzen, sprechen oder dich bitten, es zu sagen.
3. Mit einer einfachen Wahl beginnen
Leg das erste und das letzte Bild hin und biete ein oder zwei Karten für die Mitte an. Bei Der verlorene Ball zeigt die Fassung mit drei Karten das Spielen, den Ball unter der Bank und den wiedergefundenen Ball. Die Fassung mit vier Karten ergänzt das Nachschauen unter der Bank.
Ist Ordnen für das Kind neu, frag „Welches kommt zuerst?“ und lass es zwischen zwei Karten wählen.
4. Über Zusammenhänge sprechen
Frag nach Ursache und Wirkung: „Was ist mit dem Ball passiert?“ oder „Warum hat das Kind unter die Bank geschaut?“ Mach Zeitwörter vor: zuerst, dann, danach, zum Schluss. Die Reihenfolge der Geschichte ist eine Orientierung, kein Test. Wählt das Kind eine andere Reihenfolge und kann sie erklären, überlegt gemeinsam, was sie stimmig machen würde.
5. Anders nacherzählen
Nutzt die freien Felder zum Malen, zum Hinlegen einer Karte oder lass den Erwachsenen einen gewählten Satz aufschreiben. Niemand muss Sätze wortgleich wiederholen. Erzählt gemeinsam und tauscht dann die Rollen, sodass das Kind dir die Karten „vorliest“.
6. Entspannt abschließen
Hört auf, wenn das Interesse nachlässt oder Frust aufkommt. Steck die Karten in einen Umschlag, dann sind sie fürs nächste Mal bereit.
Je nach Länge anpassen
- Geschichten mit 4 Szenen (Der verlorene Ball, Vorbereitungen fürs Picknick, Frisch gemalt!) haben einen klaren Anfang, ein Problem und ein Ende. Ein guter Einstieg.
- Geschichten mit 6 Szenen enthalten einen zusätzlichen Schritt, etwa eine Idee ausprobieren oder um Hilfe bitten.
- Geschichten mit 8 Szenen (Der Regen ändert den Plan, Die Einladung im Wind) enthalten eine Planänderung und mehrere zusammenhängende Ereignisse.
Bei jeder Länge kannst du mit einer Auswahl an Karten beginnen und den Rest später ergänzen.
Tipps für Logopäden und Lehrkräfte
- Nutze die Wörter zum Entdecken und die Einladungen zum Erzählen und Entdecken auf den Geschichtenseiten zur Stundenplanung.
- Kombiniere die Karten mit der Geschichte mit Kurztext, um Satzstrukturen vorzumachen, und wechsle dann zur Fassung ohne Text für das selbstständige Nacherzählen.
- Gib als Übung für Zuhause markierte Seiten an Familien weiter, damit dieselbe Geschichte zu Hause weitergeht. Siehe Nutzungslizenz.
Häufige Fragen
Was, wenn das Kind die Karten anders ordnet? Bitte es, die Geschichte in seiner Reihenfolge zu erzählen. Viele andere Reihenfolgen ergeben Sinn; sprecht darüber, was sich dafür ändern müsste.
Was, wenn es nicht sprechen möchte? Auf eine Karte zu zeigen oder sie dir zu geben, ist eine vollständige Antwort. Mach die Wörter weiter selbst vor.
Wie oft dieselbe Geschichte? Eine vertraute Geschichte zu wiederholen ist hilfreich. Fällt sie leicht, probiere eine längere oder eine neue.
Diese Materialien unterstützen gemeinsames Lernen. Sie ersetzen keinen individuellen Förderplan einer qualifizierten Fachkraft.
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