Worum es in der Geschichte geht
Jo und Noor finden einen leeren Karton und beschließen: Das wird ein Boot. Sie breiten ein blaues Tuch als Meer aus und stellen ein Papiersegel in die Kiste, aber der Fuß ist so schmal, dass das Segel nicht stehen bleibt. Statt aufzugeben, bauen sie mit einem Erwachsenen einen breiteren Ständer, und das Boot ist bereit für eine Fantasiereise.
Es ist eine kleine Alltagsgeschichte mit einer echten Struktur: ein Ziel, ein Versuch, der nicht klappt, ein neuer Plan und ein Ergebnis. Genau diese Struktur macht sie so nützlich zum Ordnen und Nacherzählen.
Für wen sie gedacht ist
- Logopädinnen und Logopäden, die Nacherzählen, Geschichtengrammatik (Figur, Problem, Versuch, Ergebnis) oder Kausalsätze üben.
- Fachkräfte in Kita und Grundschule, die eine Bildergeschichte für ein Projekt zu Rollenspiel, Fahrzeugen oder Bauen suchen.
- Familien, die eine ruhige Geschichte ohne Bildschirm zum gemeinsamen Erzählen suchen.
- Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und Kinder, die Unterstützte Kommunikation nutzen: Die Seiten ohne Text lassen jedes Kind mit eigenen Worten, Gesten oder Symbolen erzählen.
Sechs Szenen beschreiben das Material, nicht ein Alter. Wenn dir sechs Karten zu viel erscheinen, starte mit vier (siehe unten).
Was ihr damit übt
- Reihenfolge: sechs Ereignisse ordnen mit „zuerst, dann, danach, am Ende“.
- Ursache und Wirkung: „Der Fuß war zu schmal, deshalb ist das Segel umgekippt.“
- Probleme lösen: erkennen, was nicht geklappt hat und was beim zweiten Versuch anders ist.
- Wortschatz: Kiste, Boot, Segel, umkippen, Ständer, breiter, stabiler.
- Nacherzählen mit Geschichtengrammatik: wer, wo, was sie wollten, was passiert ist, was sie versucht haben und wie es endet.
Eine 10-Minuten-Einheit
- Schaut euch die ganze Bildergeschichte gemeinsam an. Zeig auf die Kiste und das Tuchmeer. Sag eine Sache, die dir auffällt, und warte.
- Beginne mit vier Karten: die leere Kiste, das Segel aufstellen, das Segel kippt um und das fertige Boot. Frag „Welches kommt zuerst?“ und biete bei Bedarf zwei Möglichkeiten an.
- Sprecht über das Problem. Zeig auf das umgekippte Segel, sag „Das Segel ist umgekippt“ und lass Zeigen oder eine Geste als Antwort gelten.
- Nimm die Lösung dazu. Zeig das Bild mit dem breiten Ständer und vergleicht es mit dem schmalen. Sprich „erster Versuch“ und „zweiter Versuch“ vor.
- Erzählt gemeinsam nach mit der Erzählvorlage und tauscht dann die Rollen: Das Kind „liest“ dir die Karten auf seine Weise vor.
- Hört auf, solange es noch Spaß macht. Steckt die Karten in einen Umschlag für ein anderes Mal.
Leichter oder schwerer
- Leichter: Nimm nur das erste und das letzte Bild und frag, was sich verändert hat. Leg dann das umgekippte Segel dazwischen.
- Schwerer: Erzählt alle sechs Bilder mit „weil“ und „deshalb“ nach oder erzählt die Geschichte aus Noors Sicht.
- Weiterführen: Malt oder baut einen anderen Ständer für das Segel und erfindet, wohin das Boot fährt.
Für zu Hause
Stell einen stabilen leeren Karton zum Spielen auf den Boden und überlegt gemeinsam, was daraus werden könnte. Ein Erwachsener bereitet die Pappteile vor; ein Karton ist nie ein echtes Boot.
Passt gut zu
- Die Spielzeugbrücke: noch eine Geschichte zum Bauen, Testen und Verbessern.
- Die Einladung im Wind: Problem und Lösung in 8 Szenen, wenn sechs Karten leicht gehen.
- Zum ersten Mal Bildkarten zum Ordnen? Lies Bildkarten zum Ordnen nutzen.